Sein Dach selber decken – Anleitung in 5 einfachen Schritten!

Sein Dach selber decken – Anleitung in 5 einfachen Schritten!

Sein gesamtes Dach selber zu decken ist natürlich die süßeste Kirsche auf der Sahnetorte. 

Für jeden Hobbyhandwerker eine willkommene Herausforderung!

In diesem Artikel zeige ich dir wie das machst!

Es ist keine leichte Sache und doch kenne ich Menschen, besonders aus ländlichen Gegenden die ihr Dach selber ganz neu eingedeckt haben, ohne den Beruf des Dachdeckers gelernt zu haben.

Das Ergebnis war immer vorzüglich.

Sein Dach selber decken ist also absolut machbar!

In diesem Artikel erkläre ich euch worauf man achten muss.

Schritt 1: Unterspannbahn und Konterlattung

Wir gehen davon aus, dass das Dach schon bis auf die Sparren abgeruppt wurde.

Wenn wir nun die Sparren vor uns haben, geht es darum zuerst eine Unterspannbahn auf den gesamten Bereich des Daches zu spannen. 

Das ist nicht nur ein provisorischer Regenschutz, sondern die bleibt auch. 

Eine Unterspannbahn dient als zusätzliche Dachhaut unter der wahren Dachhaut ( den Ziegeln ). 

Das heißt: falls ein Ziegel mal kaputt gehen sollte, kommt es nicht gleich zu einem Wasserschaden.

Die Unterpannbahn wird leicht straff angenagelt, aber nicht zu straff, damit sie an ihren Befestigungen nicht ausreisst. 

Das macht man am besten zu zweit. 

Erst wird die Ecke rechts unten richtig gesetzt, und befestigt. Dann unter links mit leichtem Druck nach außen, dann oben rechts und oben links. 

Die nächste Bahn kommt mit 10 cm Überdeckung auf die nächste. Manchmal hat die Unterspannbahn auch Klebestreifen im Überdeckungsbereich, die zusammen geklebt werden. 

Die Unterspannbahn wird mit Konterlatten ( 3x5cm ) an den Sparren befestigt. 

Konterlatten erhöhen die Dachkonstruktion und bilden einen Luftspalt, der es dem Holz ermöglicht, immer trocknen zu können.

Schritt 2: Traufe ausarbeiten

Dann kommt es zur Ausarbeitung der Traufe. 

Die Traufe ist da, wo das Wasser hinfließt. Also auch da, wo die Rinne sein wird. 

Traufausarbeitung
So sieht die Traufe aus, wenn man sich für eine Rinne entscheidet.

Der Aufbau ist folgender:

  1. Abtropfblech: Das Abtropfblech ist ein Blech mit Schenkel, dass auf den Sparren gesetzt wird und auf den die Unterspannbahn endet. Der Schenkel sollte einige Zentimeter lang sein – etwa 3cm. Das Wasser, das aus welchem Grund auch immer also von oben auf die Unterspannbahn gekommen ist, tropft hier also raus. 
  2. Auf das Abtropfblech kommt die Konterlattung
  3. Auf die Konterlattung kommt eine Keilbohle
  4. Wie besprochen haben wir nun eine Belüftungsschicht. Diese Belüftungsschicht ist heutzutage vorgeschrieben.
    Damit die Insekten sich aber in dieser Belüftungsschicht nicht breit machen ( Wespen bauen dort ungemein gerne ihre Nester ), kommt ein Lochblech davor. Das Lochblech wird auf das Abtropfblech gelegt und am besten bündig mit der oberen Seite der Keilbohle befestigt. 
  5. Nun wird die Rinne angebaut. Hierfür werden die Rinneisen entsprechend gebogen und an die Keilbohle festgemacht. 
  6. In die Rinne herein kommt dann das Einhangblech. Das Einhangblech wird an der Keilbohle festgenagelt. 

Falls man sich gegen eine Rinne entscheidet, sollte der Ziegel mindestens 5 cm Überstand haben, sodass das Wasser am Ziegel nicht zurückfließen kann.

Schritt 3: Lattweite ausrechnen und Dachlatten montieren

Jeder Ziegel muss den nächsten um eine gewisse Höhenüberdeckung decken. 

Diese Höhenüberdeckung wird durch die Dachneigung und die Beschaffenheit des Ziegels ausgerechnet. 

Bei den meisten Dächern liegt er bei 5-8cm. 

Dach selber decken
Hier sehen wir den Kollegen Max, der gerade Dachlatten anschraubt. Weil dieses Dach sich im Außenbereich befindet, war hier keine Unterspannbahn nötig.

Jedoch lässt er sich von der Broschüre des bestellten Ziegels oder beim Anbieter selbst ausfindig machen. 

Sobald man die Höhenüberdeckung hat, lässt sich auch ermitteln, in welchem Abstand die Dachlatten befestigt werden sollen.

Dann lautet die Formel: Ziegellänge – Höhenüberdeckung= Lattweite ( von oberer Kante bis oberer Kante gemessen ).

Die erste Dachlatte sollte so angebaut werden, dass die Ziegel etwa 1cm vor dem Ende des Einhangblechs aufhören. 

Der Ziegel sollte also nicht in die Rinne herausragen. 

Es ist also ästhetischer und funktioneller, wenn die Rinne frei bleibt. 

Das Maß kann leicht verändert werden um zum Beispiel am First bündig anzukommen.

Schritt 4: Ziegelfläche und Dach selber decken

Dann kommt es zum eigentlich Dach decken. 

Die Ziegel werden einmal auf der gesamten Länge ausgelegt. 

Dann wird ein zweier Gang bis ganz nach oben ebenfalls ausgelegt. 

Von weitem per Augenmaß prüfen, ob dieser Gang auch gerade nach oben geht. 

Dach selber decken
Das Dach selber decken ist einer der einfacheren Aufgaben.

Auf der obersten Latten wird nun der nach oben geführte Gang auf der gesamten Länge weitergedeckt. 

Alle 6 Ziegelbreiten, kann man von der ersten auslegten Reihe Prüfgänge nach oben ziehen.

So weiß man, dass man auch gerade nach oben deckt. 

Dann geht es einfach nur noch darum die Fläche zu decken. 

Ortgänge sind abhängig davon, wie man sie ausführen möchte. Es ist durchaus möglich mit den Dachlatten einen Überstand herzustellen und daraus einen Dachkasten zu bauen. 

Ebenfalls muss man schauen, ob es andere Stellen gibt, die gesondert angepasst werden müssen. 

Z.B. am Schornstein. Hier müsse extra eine Schornsteineinfassung aus Blech gebaut werden. Das sollte man aber den Dachdekcer machen lassen. 

Die Ziegel sollten das Blech um mindestens 10cm überdecken. 

Schritt 5: Dachfirst decken

Beim First heißt es zunächst mal: Firstlatte anbauen. 

Dach selber decken
Hier setzen wir den First. Zu beachten ist, dass der First die Ziegel ebenfalls um die Höhenüberdeckung überdeckt. Er wird mit Schrauben und Firstklammern befestigt.

Das kann man am besten mit Firstlatthaltern. 

Die werden an die letzte Reihe der Dachlatten befestigt und halten die Fistlatte. 

Die Firstlatte sollte so gerade wie möglich sitzen. 

Nun wird gemessen, ob die Firstziegel auch richtig sitzen. Falls ja: super. Falls nein, muss man vielleicht nochmal eine Extra Latte oder eine Leiste auf die Firstlatte befestigen.

Auf diese Firstlatte kommt zuerst Gratband, dass kurz vor der dem Ende der Höhenüberdeckung am Ziegel befestigt wird. So wird es funktionell jedoch nicht sichtbar bleiben, wenn dann der First drauf sitzt. 

Anschließend wird  der First gedeckt. 

Der Firstanfänger kommt an die Seite, wo der Wind der allgemeinen Wetterichtung nicht in die Fuge blasen würde. 

Sobald der First gedeckt ist, ist eigentlich alles fertig!

Fazit

Der Prozess des Dachdeckens klingt in der Theorie vielleicht sehr kompliziert, jedoch lässt sich in der Praxis gut ausführen.

Bei Fragen, immer gerne ein Kommentar hinterlassen, und ich werde ihn beantworten.

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