Undichtes Dach einer wunderschönen Terrasse Teil II

Undichtes Dach einer wunderschönen Terrasse  Teil II

TEIL II – DAS DACH:

Nun kommen wir zur Ursache des Problems: DAS DACH!

Das Problem mit Holz ist, dass man nicht unbedingt einen großen Wasserfluss braucht, damit Schäden auftauchen. 

Es reicht ja auch eine Stelle, die bei jedem Regen leicht nass wird, damit Fäulnis und andere Schädlinge entstehen. 

Das sehen wir auch an dieser Terrasse. 

z.B. hier, wo das Holz erst nach 5 Jahren zu schimmeln begann.

Und der Schaden war zum größten Teil nie so groß, dass es bei Regen zum Beispiel runtertropfte. 

Es gilt auch zunächst alle Schwachstellen des Daches zu finden und dann auch zu flicken. 

Also fing ich an zu suchen. 

Zuerst da suchen, wo es auch schimmelte, weil da muss es ja Wasser gegeben haben, und dann sich langsam ein Bild der Lage verschaffen.

Und ich fand auch sofort viele Schwachstellen: 

  1. Der Ortgang

Die Ortgänge sind immer die seitlichen Enden eines Daches.

Hier war auch Schimmel entstanden, deshalb suchte ich dort. Allgemein sind Ortgänge immer ein recht empfindlicher Teil des Dachs.

Schnell wurde mir klar, dass die Erbauer dieser Außenterasse zwar exzellente Tischler waren, aber sehr mediokre Dachdecker. 

Die erste Schwachstelle die ich fand war am Ortgang. 

Zwar befand sich noch ein Blech drunter, dennoch können hier Schmutz und Laubreste zu kleinen Staudämmen führen, sodass Wasser dennoch über das Blech schwappen kann. 

Deshalb fegte ich zuerst mal den gesamten Dreck unter dem Blech weg und klatschte dann eine ordentliche Dachsilikonlippe an den Ortgang, sodass überhaupt kein Wasser mehr durchkonnte. 

Jetzt kann sich definitiv kein Wasser mehr dunterschleichen.

2. Die Traufe 

Die Traufe nennt man da wo das Wasser letztendlich hinkommt, sprich da wo die Rinne angesetzt ist.

Bevor ich hier das Schadensbild erläutere muss man eines wissen:

Ein kleines etwas für Neugierige:

Wasser hat eine gewisse Eigenschaft.

Wasser kann nicht nur runterlaufen, sondern sich auch hoch ziehen.  

Schon mal an einem Strohhalm gezogen? Na dann kennt ihr es ja. 

Man zieht die Luft aus dem Strohhalm raus und schon gibt es keinen Luftdruck mehr, der das Wasser runterdrückt, also kommt es einfach hoch.

Ähnlich ist es auch beim Wasser am Dach

Überall auf dem Dach können kleine Tunnelchen entstehen, wo Wasser mangels Luftwiderstand einfach durchgesaust wird. 

Und hier gab es dasselbe Problem an der Traufe.

Die Dachneigung ist nicht besonders hoch, daher ist das Tropfblech ( der Blechübergang zwischen Schindel und Rinne ) nicht sehr geneigt.

Das Wasser kann sich hochziehen.

Deshalb galt es zunächst mal die Traufe sicher zu machen. Das habe ich gemacht, indem ich eine Lippe Bitumkleber zwischen Zinkblech und Bitumschindel legte. 

3. Neigung

Das bringt uns zum nächsten Punkt: weitere Kapillare.

Letztlich spielt auch die Neigung mit. 

Was wir auf dem Foto sehen, ist dass manche Schindel zum Teil ja flach liegen. 

Das erleichtert dann den Kapillareneffekt ( da wo sich Wasser hochzieht ) um einiges. 

Dass das wo das Dach besonders abgeflacht war, die Schimmelstellen extrem waren, bestätigt diese Theorie.

Deshlab habe ich da unter den Schindeln nochmals eine extra Silikonschicht eingespritzt. 

Das Wasser kommt also nicht mehr hoch. 

Wie Trump auch, habe ich sozusagen eine große Mauer, damit der Mexikaner ( hier das Wasser ) sich nicht mehr hochziehen kann.

4. Dachperforationen

Jetzt wo ihr – wenn ihr bis jetzt konzentriert gelesen habt – wisst wie sich Wasser verhält, kann ich nun zur Hauptursache des Wasserschadens kommen.

DACHPERFORATIONEN!

Pfui Deufel.

An diesem letzten Punkt erkannte man endgültig, dass die Handwerker, die das Dach gedeckt haben, richtige Amateure waren oder einfach sehr ungeduldig.

Sehr nah an der Überdeckung habe ich reihenweise eingeschlagene Nägel gesehen.

Auch wenn man sich denkt: ‘Ach, da sind doch ein paar Zentimeter Überdeckung.’ täuscht dies. 

Diese paar Zentimeter kann Wasser problemlos überbrücken. 

Das sieht man ja auch daran, dass der Nagel ganz verrostet ist. Also muss da ja auch Wasser rangekommen sein.

Gerade mit der Abflachung der Schindel, die wir vorher beobachtet haben.

Das Wasser kann ganz leicht alle Schichten am Nagel durchqueren und macht sich dann im Holz breit. 

Dann kann es zwischen Holz und Schindel bis zur Traufe runterkullern ( was den Schaden unten an der Traufe erklärt.

Eigenltich müsste man das Dach neu machen, oder jede einzelne Perforation finden ( viel Spaß dabei! ).

Die Nägeleinschläge, die ich fand, verdichtete ich mit Silikon.

Fazit:

Constantia et Labore

Das sind so die alltäglichen Situationen die man als Dachdecker erlebt.

Kleine Fehler führen mit der Zeit zu großen Konzequenzen.

Daher mit Beständigkeit die Arbeit durchführen.

Denn wie in vielen Situationen im Leben, zahlt man die faulen Momente auf der Baustelle eh in Nachhinein nach.

Mit diesem philosophischen Ende wünsche ich euch noch einen schönen Tag und bedanke mich fürs lesen.

admin

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